Allgemein Kommunalwahl 2026

Phrasenschweine, Dönerspieße und die Hof-Blase

Ein schönes Stück lokaler Polit-Lyrik! Da schreibt ein Redakteur einen Essay über den Hofer Wahlkampf, und was kommt dabei rum? Ein wunderbares Lehrstück in Sachen Betreutes Schreiben.

Dass zwischen dem Schreiber und unserer amtierenden Oberbürgermeisterin eine gewisse geistige Nähe besteht, ist in Hof bekannt. Aber wie das hier sprachlich verpackt wurde, verdient fast schon einen Kleinkunstpreis.

Ein paar Pointen zu dieser Analyse:

  • Der Dönerspieß-Faktor: Eva wird als die nahbare Macherin inszeniert, die sich unter das Volk mischt. Dass das am Ende des Tages nur gut ausgeleuchtete Wahlkampf-Folklore ist, während im Rathaus die Kommunikation eher einem Funkloch gleicht, wird charmant weggelächelt.
  • Das Phrasenschwein: Wenn der Autor für jede politische Worthülse fünf Euro fordert, ist das erst mal lustig. Aber Vorsicht: Er rügt damit die Art der Kritik, nicht deren Ursache. Wenn Stadträte „mit der Faust in der Tasche“ zustimmen, dann nicht, weil sie so gerne Floskeln dreschen, sondern weil die Informationspolitik der Verwaltung sie oft genug genau in diese Sackgasse manövriert. Da hilft kein Phrasenschwein, da hilft nur Transparenz. Ein Wort, das im Rathaus ohnehin auf der Liste der verbotenen Begriffe steht.
  • Der Meister der Pointe: Danke für die Blumen! Ja, ich spitze gerne zu. Warum? Weil die politische Realität im Hofer Stadtrat oft so absurd ist, dass man sie ohne Satire gar nicht mehr ertragen kann. Wenn Klartext im Rathaus als „Ausrutscher auf der Rasierklinge“ gewertet wird, dann wissen wir, wie dünnhäutig man dort geworden ist. Wer proklamiert, dass die Mehrheit im Rathaus nicht zum Wohle der Stadt arbeite, der meint damit nicht die fleißigen Menschen in den Ämtern – sondern die strategische Führungslosigkeit an der Spitze.

Mein Fazit: Der Artikel ist kein Blick von außen, sondern ein Blick aus dem Inneren der Filterblase. Der Redakteur prophezeit den Sieg seiner Favoritin und verzwergt die Konkurrenz. Das ist legitim für einen Fan, aber es ist eben kein Journalismus, sondern Marketing.

Hof braucht keinen Wahlkampf, der am Dönerspieß gewonnen wird, sondern einen, der die Strukturen im Rathaus endlich ins 21. Jahrhundert hievt. Weniger Mario Kart im Wahlkampf-Modus, mehr echte Daten und Fakten in der Haushaltsberatung.

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