Der Haushaltsplan für das Jahr 2026 liegt vor. Bei einem Gesamtvolumen von 267.035.090 € zeigt sich eine finanzielle Situation, die uns alle fordern wird. Hier der Einblick in das, was die Stadtkasse im nächsten Jahr bewegt:
- Der Verwaltungshaushalt: Wo das Geld im Alltag fehlt
Im „Geldbeutel“ für das tägliche Leben der Stadt (Volumen: 216,2 Mio. €) klafft eine gewaltige Lücke. Die laufenden Einnahmen reichen nicht aus, um die täglichen Ausgaben zu decken.
- Strukturelles Defizit: Wir haben eine Deckungslücke von 6,57 Mio. €.
- Rücklagen-Notgriff: Um den Haushalt formal auszugleichen, müssen wir 7,7 Mio. € aus der allgemeinen Rücklage entnehmen.
- Problem Tilgung: Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung, um Schulden planmäßig abzubauen, kann aus eigener Kraft nicht erwirtschaftet werden – ein Zustand, der laut Prognose bis mindestens 2029 anhalten wird.
- Wichtigste Einnahmen: Gewerbesteuer (30,0 Mio. €) und Einkommensteueranteil (27,45 Mio. €). Die Personalkosten im Kernhaushalt liegen bei 43,25 Mio. €.
- Der Vermögenshaushalt: Investitionen auf Pump
Für Bauprojekte und Investitionen stehen 50,8 Mio. € zur Verfügung. Doch die Finanzierung steht auf wackeligen Beinen:
- Neue Schulden: Fast 35 % der Investitionen werden durch neue Kredite (17,6 Mio. €) finanziert.
- Fördergelder: Weitere 33,7 % kommen durch Zuweisungen von Bund und Land (17,1 Mio. €), zusätzlich fließen 5,7 Mio. € an Stabilisierungshilfen.
- Wo wird investiert? Die Schwerpunkte liegen beim Neubau der Christian-Wolfrum-Grundschule, der Ortsumgehung Leimitz-Haidt sowie Sanierungen an der Berufsschule, der FOS und verschiedenen Brücken.
- Schuldenuhr: Der Trend geht steil nach oben
Die Verschuldung der Stadt wächst massiv an, um den Standard und die Infrastruktur irgendwie zu halten:
- Kernhaushalt: Allein im Jahr 2026 steigt der Schuldenstand voraussichtlich von 62,2 Mio. € auf 70,68 Mio. €.
- Langfristiger Ausblick: Inklusive der Regiebetriebe wird bis 2029 ein Gesamtschuldenberg von rund 127,5 Mio. € prognostiziert, falls kein finanzielles Wunder geschieht.
- Blick in die Regiebetriebe
Auch die städtischen Eigenbetriebe kämpfen mit roten Zahlen:
- Bauhof: Erwartet ein Minus von 813.700 € und muss für Investitionen Kredite über 2,24 Mio. € aufnehmen.
- Freiheitshalle: Hier wird ein Verlust von 2,98 Mio. € erwartet. Da die Stadt 2026 keinen Zuschuss leisten kann, muss das Defizit direkt vom Eigenkapital der Halle gedeckt werden.
- Krematorium: Plant mit einem Fehlbetrag von 169.340 €, kann Investitionen aber immerhin aus eigenen Abschreibungen stemmen.
Fazit: Was bedeutet das für uns?
Hof steckt in einer historisch schwierigen Phase. Ende 2026 werden die Rücklagen weitgehend aufgebraucht sein. Das bedeutet: Ab 2027 können Defizite voraussichtlich nur noch über neue Kredite gedeckt werden. Wir sind mehr denn je auf Stabilisierungshilfen angewiesen.


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